Das berühmteste Hochmoor der Schweiz: Biberbrugg-Rothenthurm

1987 erlangte diese Moorlandschaft nationale Bekanntheit durch die "Rothenthurm-Initiative".

Im trogförmigen Hochtal entstanden im kühl-feuchten Klima viele Moore, darunter das grösste noch existierende Hoch- und Heidemoor der Schweiz (über 100 Hektaren). Dieses wird umgeben von einem äusserst reichen Mosaik verschiedener Lebensräume: Reste von Bergföhren-Hochmooren, Fichtenwälder Gehölze, Torfstiche, Flachmoore und das in Mäandern fliessende Flüsschen Biber mit seiner Auenvegetation. Die weiten Streuewiesen werden von den Landwirten ab September gemäht. Streuetristen und Wölbäcker spiegeln die traditionelle Landnutzung wider.


Trollblume, Pfeifengras und Sonnentau

Entlang von Gräben und Bächen wachsen Troll- und Sumpfdotterblume, in Riedwiesen Pfeifengras, Seggen und Orchideen. Torfmoose und Zwergsträucher bilden das Hochmoor. auf diesem mageren Boden können nur die anspruchslosesten Pflanzenarten überleben – es sei denn sie holen die Nährstoffe von anderswo wie der Sonnentau: Mit glitzernden Tröpfchen an seinen Blätter lockt er kleine Insekten an, klebt diese fest und verdaut sie.


Rückzugsgebiet für Bodenbrüter

In der weiten Ebene leben auf niedrige, lückige Vegetation angewiesene Bodenbrüter wie Kiebitz, Wiesenpieper, Feldlerche und der Grosse Brachvogel. Aber auch Braunkehlchen und Wachtel sowie von den Säugetieren das Reh können im Frühjahr – von Mähmaschinen verschont – ihre Jungen aufziehen. Verschiedene Amphibien, Moorschmetterlinge, Libellen und Heuschrecken kommen vor.


Gefährdung

Die Landschaftszerstörung durch Bautätigkeit und Tourismus hielt sich hier in Grenzen, aber Moorbiotope gingen durch den früheren Torfabbau verloren. In heutiger Zeit wird durch Nährstoffeintrag (Jauche, Mist, Dünger) und fortdauernde Entwässerung die Moorflächen weiter dezimiert. Outdoor-Sportarten und Reiterei nehmen zu und (noch) Modellfliegerei und Helikoptertiefflüge stören die Ruhe von Besuchern und empfindlichen Tieren – trotz gesetzlichem Schutz.


Engagement von Pro Natura

Auf den Flächen von Pro Natura und des Schwyzer kantonalen Vogelschutzverbandes wird eine vorbildliche Pflege durchgeführt. Zudem strebt Pro Natura die Regeneration beeinträchtigter Hochmoore an. Im Rahmen der laufenden Nutzungsplanung engagiert sich Pro Natura gemeinsam mit anderen Schwyzer Umweltverbänden zugunsten einer attraktiven Besucherlenkung und einer Schutzverordnung, die diesen Namen verdient. Im Auftrag des Kantons werden Arbeitseinsätze durchgeführt, um der Verbuschung und Verwaldung entgegen zu wirken.


Gesetzlicher Schutz

BLN-Gebiet, Moorlandschaft, zahlreiche Hoch- und Flachmoorobjekte sowie Auenobjekt von nationaler Bedeutung, z.Z. Überarbeitung der Nutzungsplanung Rothenthurm.