Vierfleck © Pro Natura

Moorregenarationsprojekte Turbenmoos Enzenau

Die Enzenau ist ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung und befindet sich grösstenteils in Besitz von Pro Natura. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Gebiet zu weiten Teilen entwässert und zur Gewinnung von Brennstoff abgetorft. Entwässerung und Torfabbau haben dem Hochmoor Enzenau arg zugesetzt. Nur aufwändige Entbuschungsaktionen konnten das Moor bislang vor der Verwaldung bewahren.

Weitaus effizienter als periodische Pflegeeinsätze sind jedoch Massnahmen, welche die Selbstregulierung des Moores ermöglichen. Pro Natura hat deshalb ein Moorregenerationsprojekt in Auftrag gegeben (Auftragnehmer: Büro Beck und Staubli, Umweltmanagement+Naturschutzberatung, Zug).

Eine umfangreiche Analyse des Gebietes wurde erstellt. Die Untersuchungen bestätigten, dass das Hochmoor Enzenau ein grosses Regenerationspotenzial besitzt, das mit verhältnismässig geringem Aufwand ausgeschöpft werden konnte. Die Besitzverhältnisse sowie die topografischen Voraussetzungen boten sehr gute Chancen für eine erfolgreiche Aufwertung des Turbenmooses.

Die Nähe zum vielbegangenen Wanderweg zum Ausflugsziel Etzel bietet heute die Gelegenheit, einer breiten Öffentlichkeit das Thema Moor im allgemeinen und ein erfolgreiches Wiederherstellungsprojekt im speziellen zu präsentieren. Die Realisierung der Wiederherstellungsmassnahmen erfolgten ab Herbst 2005 und dauerte bis 2009.

Die Entwässerung des flachen Moorgeländes erfolgt nach Westen. Verschiedene Entwässerungsgräben vereinen sich am westlichen Rand zu einem einzigen Graben. Diese Ausgangslage wurde für die Regeneration genutzt: Mit einem niedrigen Damm aus wasser-undurchlässigem Lehm sowie mit wenigen entrindeten Baumstämmen wurde ein wirksamer und leicht zu kontrollierender Einstau des Moores erreicht. Die Regulierung des Wasserstandes erfolgte über eine Kerbe in den Baumstämmen der Dammkrone. Weil der westliche Teil des Moores sehr flach ist, führte ein Einstau mit einem Damm zu einer effizienten und im Laufe der Zeit grossflächigen Vernässung. Einzelne Grabenabschnitte wurden nicht zusätzlich gestaut oder aufgefüllt – sie bieten heute als kleine, offene Wasserfläche einen Lebensraum für Amphibien und Libellen bieten . Die Einstaukote wurde selbstverständlich so gewählt, dass die Moorvegetation nicht überstaut wird.

Das Regenerationsprojekt Enzenau bot lokalen Unternehmern und Landwirten die Möglichkeit, entsprechende Auftragsarbeiten auszuführen. Einige Umsetzungsarbeiten liessen sich auch im Rahmen von Arbeitseinsätzen durch Jugendgruppen oder andere Freiwillige ausführen. Die Massnahmen wurden finanziert vom Bund, von Pro Natura sowie von privaten Sponsoren.

Die landschaftlichen Eingriffe waren insgesamt gering. Auf der langfristigen Gewinnseite steht die Wiederherstellung eines besonderen Landschaftstyps, der nicht nur Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tiere bietet, sondern auch den Besucherinnen und Besuchern eine Freude sein soll.

Projektbeschrieb:

Büro Beck und Staubli: Turbenmoos Enzenau, Moorregenerationsprojekt. Moor von nationaler Bedeutung westlich Etzel, Feusisberg, Kanton Schwyz. Im Auftrag von Pro Natura. April 2005. (nicht öffentlich erhältlich)

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